{"id":4618,"date":"2026-07-06T17:46:45","date_gmt":"2026-07-06T15:46:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.ts-law.de\/berliner-mietenkataster-beschlossen-neue-pflichten-und-risiken-fuer-vermieter\/"},"modified":"2026-07-19T18:08:16","modified_gmt":"2026-07-19T16:08:16","slug":"berliner-mietenkataster-beschlossen-neue-pflichten-und-risiken-fuer-vermieter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ts-law.de\/en\/berliner-mietenkataster-beschlossen-neue-pflichten-und-risiken-fuer-vermieter\/","title":{"rendered":"Berliner Mietenkataster beschlossen: Neue Pflichten und Risiken f\u00fcr Vermieter"},"content":{"rendered":"<div class=\"wpb-content-wrapper\"><p>[vc_row css_animation=&#8221;&#8221; row_type=&#8221;row&#8221; use_row_as_full_screen_section=&#8221;no&#8221; type=&#8221;full_width&#8221; angled_section=&#8221;no&#8221; text_align=&#8221;left&#8221; background_image_as_pattern=&#8221;without_pattern&#8221;][vc_column offset=&#8221;vc_col-lg-offset-3 vc_col-lg-6 vc_col-md-offset-3 vc_col-md-6&#8243;][vc_column_text css=&#8221;&#8221;]<\/p>\n<p class=\"PDq2pG_selectionAnchorContainer\" data-start=\"94\" data-end=\"613\">Das Berliner Abgeordnetenhaus hat am 2. Juli 2026 das Wohnraumsicherungsgesetz beschlossen. Kurz vor Abschluss des Gesetzgebungsverfahrens wurde der Entwurf um ein Gesetz zur Errichtung eines zentralen digitalen Wohnungs- und Mietenkatasters erg\u00e4nzt. F\u00fcr Vermieter bedeutet das Vorhaben weit mehr als eine zus\u00e4tzliche statistische Erhebung: Vorgesehen sind umfassende Melde-, Aktualisierungs- und Nachweispflichten, deren Verletzung mit erheblichen Bu\u00dfgeldern geahndet werden kann.<\/p>\n<h3 data-section-id=\"clipq\" data-start=\"615\" data-end=\"662\">Welche Wohnungen m\u00fcssen eingetragen werden?<\/h3>\n<p data-start=\"664\" data-end=\"1249\">Grunds\u00e4tzlich sollen s\u00e4mtliche in Berlin gelegenen Mietwohnungen durch die jeweiligen Verf\u00fcgungsberechtigten in das Kataster eingetragen werden. Die Eintragung muss nach dem beschlossenen Gesetzestext sp\u00e4testens innerhalb von zw\u00f6lf Monaten nach Inkrafttreten des Gesetzes vollst\u00e4ndig, wahrheitsgem\u00e4\u00df und digital erfolgen. Bestimmte \u00c4nderungen der erfassten Daten sollen anschlie\u00dfend innerhalb eines Monats aktualisiert werden. Die Einzelheiten des Verfahrens und der technischen Umsetzung kann der Senat noch durch Rechtsverordnung konkretisieren.<\/p>\n<h3 data-section-id=\"14at286\" data-start=\"1569\" data-end=\"1623\">Umfangreiche Angaben zu Wohnung und Mietverh\u00e4ltnis<\/h3>\n<p data-start=\"1625\" data-end=\"2036\">Vermieter sollen f\u00fcr jede Mietwohnung insbesondere Angaben zur vollst\u00e4ndigen Adresse einschlie\u00dflich Wohnlage und Etage, zur Wohnfl\u00e4che, zur Zahl der Zimmer und zur Ausstattung machen. Hinzu kommen Angaben zu den Vertragsparteien, zur Zahl der Haushaltsangeh\u00f6rigen, zu einem etwaigen Wohnberechtigungsschein sowie zum Beginn und zur vereinbarten Dauer des Mietverh\u00e4ltnisses.<\/p>\n<p data-start=\"2038\" data-end=\"2558\">Zu melden sind ferner die vereinbarte Nettokaltmiete, die aktuelle Zusammensetzung der Bruttowarmmiete mit Betriebs-, Heiz- und Wasserkostenvorauszahlungen, etwaige Modernisierungsumlagen und die auf die Wohnung entfallende Grundsteuer. Die Senatsverwaltung soll zudem verlangen k\u00f6nnen, dass weitere Unterlagen elektronisch hinterlegt werden, wenn dies zur Glaubhaftmachung der Angaben, f\u00fcr Stichproben oder f\u00fcr eine weitergehende mietpreisrechtliche Pr\u00fcfung erforderlich erscheint.<\/p>\n<p data-start=\"2560\" data-end=\"2785\">Das Gesetz geht damit deutlich \u00fcber die Erfassung allgemeiner Geb\u00e4udedaten hinaus. Vermieter und Hausverwaltungen werden f\u00fcr jedes einzelne Mietverh\u00e4ltnis einen aktuellen und in sich schl\u00fcssigen Datenbestand vorhalten m\u00fcssen.<\/p>\n<h3 data-section-id=\"ot373o\" data-start=\"2787\" data-end=\"2833\">Automatisierte Pr\u00fcfung auf Auff\u00e4lligkeiten<\/h3>\n<p data-start=\"2835\" data-end=\"3283\">Die im Kataster gespeicherten Daten sollen von der Senatsverwaltung einer zentralen Plausibilit\u00e4ts- und Auff\u00e4lligkeitspr\u00fcfung unterzogen werden k\u00f6nnen. Das Kataster soll insbesondere die Anwendung und Durchsetzung mietrechtlicher Vorschriften unterst\u00fctzen, darunter die Mietpreisbremse, die Vorschriften \u00fcber Mieterh\u00f6hungen, \u00a7 5 Wirtschaftsstrafgesetz sowie den Straftatbestand des Mietwuchers nach \u00a7 291 StGB.<\/p>\n<p data-start=\"3285\" data-end=\"3835\">Ergeben sich bei der Vorpr\u00fcfung Anhaltspunkte f\u00fcr einen m\u00f6glichen Rechtsversto\u00df, k\u00f6nnen diese sowohl dem Vermieter als auch den zust\u00e4ndigen Verwaltungs-, Bu\u00dfgeld- oder Strafverfolgungsbeh\u00f6rden mitgeteilt werden. Die automatisierte Pr\u00fcfung trifft zwar selbst keine abschlie\u00dfende Entscheidung \u00fcber die Zul\u00e4ssigkeit einer Miete. Sie kann jedoch zum Ausgangspunkt weiterer beh\u00f6rdlicher Ermittlungen werden. Ein allgemeiner \u00f6ffentlicher Zugang zu den wohnungs- oder personenbezogenen Einzeldaten ist nicht vorgesehen.<\/p>\n<h3 data-section-id=\"i9ne1y\" data-start=\"4325\" data-end=\"4358\">Bu\u00dfgelder bis zu 100.000 Euro<\/h3>\n<p data-start=\"4360\" data-end=\"4702\">Wer eine Mietwohnung vors\u00e4tzlich oder fahrl\u00e4ssig nicht, nicht vollst\u00e4ndig, nicht richtig oder nicht rechtzeitig eintr\u00e4gt beziehungsweise erforderliche \u00c4nderungen oder Unterlagen nicht ordnungsgem\u00e4\u00df \u00fcbermittelt, handelt ordnungswidrig. Im Regelfall kann ein Bu\u00dfgeld von bis zu 10.000 Euro verh\u00e4ngt werden.<\/p>\n<h3 data-section-id=\"7a5bu0\" data-start=\"5224\" data-end=\"5256\">Handlungsbedarf f\u00fcr Vermieter<\/h3>\n<p data-start=\"5258\" data-end=\"5612\">Auch rechtstreue Vermieter werden durch das Kataster erheblich belastet. Die notwendige Aufbereitung von Mietvertragsdaten, Wohnfl\u00e4chen, Mietbestandteilen, Modernisierungsumlagen, Betriebskostenvorauszahlungen und Grundsteueranteilen d\u00fcrfte insbesondere bei \u00e4lteren oder umfangreichen Best\u00e4nden einen betr\u00e4chtlichen organisatorischen Aufwand verursachen.<\/p>\n<p data-start=\"5614\" data-end=\"6212\">Vermieter sollten deshalb nicht erst mit Freischaltung des Portals t\u00e4tig werden, sondern fr\u00fchzeitig pr\u00fcfen, ob ihre Bestandsdaten vollst\u00e4ndig und rechtlich nachvollziehbar dokumentiert sind. Besonderes Augenmerk sollte auf der Zul\u00e4ssigkeit der vereinbarten Mieth\u00f6he, der korrekten Wohnfl\u00e4chenberechnung, der Dokumentation von Ausnahmen von der Mietpreisbremse und der Berechnung etwaiger Modernisierungsumlagen liegen.<\/p>\n<p data-start=\"5614\" data-end=\"6212\">Den Wortlaut des Gesetzes zur Errichtung eines Wohnungs- und Mietenkatasters (WMKG Be) finden Sie <a href=\"https:\/\/pardok.parlament-berlin.de\/starweb\/adis\/citat\/VT\/19\/DruckSachen\/d19-3072-1.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a>.<\/p>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row css_animation=&#8221;&#8221; row_type=&#8221;row&#8221; use_row_as_full_screen_section=&#8221;no&#8221; type=&#8221;full_width&#8221; angled_section=&#8221;no&#8221; text_align=&#8221;left&#8221; background_image_as_pattern=&#8221;without_pattern&#8221;][vc_column]<a  itemprop=\"url\" href=\"\/kanzlei\/tsp-news\/\" target=\"_self\"  class=\"qbutton  center default\" style=\"\">Alle News<\/a>[\/vc_column][\/vc_row]<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin f\u00fchrt ein digitales Wohnungs- und Mietenkataster ein. Vermieter m\u00fcssen umfangreiche Daten zu ihren Wohnungen und Mietverh\u00e4ltnissen melden. Bei unrichtigen oder versp\u00e4teten Angaben drohen Bu\u00dfgelder von bis zu 100.000 Euro.<\/p>\n","protected":false},"author":544,"featured_media":2962,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[68],"tags":[],"sp_smart_badges":[],"class_list":["post-4618","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-news-en"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.ts-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4618","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.ts-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.ts-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ts-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/544"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ts-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4618"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.ts-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4618\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4621,"href":"https:\/\/www.ts-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4618\/revisions\/4621"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ts-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2962"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.ts-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4618"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ts-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4618"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ts-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4618"},{"taxonomy":"sp_smart_badges","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ts-law.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sp_smart_badges?post=4618"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}